14 Ordentlich was los in Ostfriesland: von Mühlen, Marine und Ottifanten.
Von Aurich aus erkundeten wir die ostfriesische Landschaft, wanderten durch ein U-Boot hindurch, um einen Leuchtturm herum und eine Mühle hinauf.
Unterwegs mit Eve und Basti
Ein Wohnexperiment quer durch Deutschland.
In Ostfriesland gibt es drei große Anlaufpunkte für einen Besuch: die Städte Emden, Aurich und Leer. Wobei „groß“ im Land der Leuchttürme und Windmühlen relativ ist, denn keine schafft es über 50k Einwohner hinaus. Wir entschieden uns, Emden auf die Ausflugsliste zu setzen, und zogen in eine gemütliche Dachwohnung in einem idyllischen Auricher Backsteinhaus ein – direkt über einem Steuerberater. Wir sind uns sicher, dass hier alles korrekt versteuert wurde, denn wer jeden Gegenstand vom Fenstergriff bis zum Staubsaugeraufsatz mit einem Label versieht, der lässt beim Jahresabschluss sicher keine 0 unter den Tisch fallen.
Aus rein wissenschaftlichen Gründen, mussten wir erneut die Qualität norddeutscher Weißwurst evaluieren und können berichten, dass sie … okay ist. Kulinarisch eher ausgeprägt ist in Ostfriesland die Teekultur, von der wir in dieser heißen Zeit hauptsächlich mit Eistee Gebrauch machten. Außer nächtlichen Mückenangriffen im Schlafzimmer und Grölkonzerten auf dem Rewe-Parkplatz nebenan, konnte man es in der gemütlichen Dachwohnung aber gut aushalten. Zumindest mit Thermojalousien an den Dachfenstern für die Mittagsstunden. Sehr gründlich eben...dieser Steuerberater.
Wilhelmshaven (aber eigentlich 99% Marinemuseum)
Unser Plan, auf der Reise einmal direkt an der Küste zu wohnen, war leider kläglich gescheitert. In Wilhelmshaven hatten wir einmal kurzzeitig etwas im Auge, haben aber wegen dem Preis so lange rumüberlegt, bis es weg war. Klassiker. So musste eben ein Tagesausflug langen. Von Aurich aus ist WHV ca. eine Stunde entfernt. Unser Hauptziel war das Marinemuseum. Endlich mal ein U-Boot von innen sehen. Fazit: Es ist eng. Sehr eng. Dafür konnte Basti endlich mal von seiner nerdigen Fähigkeit Gebrauch machen, jeden Boot- und Flugzeugtyp dieses Planeten mit Namen zu benennen.
Eine Kennung wie D186 oder M1077 verrät einem anderen Schiff über das NATO‑System sofort, wer und was man ist. Also „D“ wie „Destroyer“, „F“ wie „Fregatte“ oder „M“ wie „Minenkriegsschiff“. Dazu eingeordnet in Nummerblöcke wie 1058 – 1069 für Schiffe der Frankenthal-Klasse.
Der Zerstörer „Mölders“, den man hier touren kann, wurde 1969 in den Dienst und 2005 außer Dienst gestellt und ist das einzige noch erhaltene Schiff basierend auf der „Charles-F. Adams-Familie“. Eine Klasse amerikanischer Lenkwaffenzerstörer aus der Zeit des Kalten Krieges, deren andere Mitglieder inzwischen verschrottet oder versenkt wurden. Die Mölders gehört zur Unterklasse „Lütjens“.
Spaß mit Flaggen:
Die am Deck aufgemalten Flaggen ergeben das internationale Rufzeichen der Mölders „DRAF“, mit dem man sich u.a. im Funkverkehr identifiziert hat. Wer sich jetzt ebenfalls fragt, wie sein Name in „Flagge“ geschrieben wird, der kann im Internationalen Signalbuch oder Flaggenalphabet nachsehen, das seit 1901 existiert. Jede Flagge steht für einen Buchstaben und für eine bestimmte Nachricht, wie „D: Ich bin manövrierbehindert.“ Oder „O: Mann über Bord“ (Buchstabenwahl bestimmt inspiriert von: „Oh Mann... 🙄 🛟")
Stiftsmühle Aurich
Emden: Kann mehr als nur Otto
Pilsumer Leuchtturm
Nachdem wir in diesem Monat schon gefühlt tausend Sachen besichtigt hatten, schafften wir vor der Abfahrt nur noch eine Sehenswürdigkeit: Der Pilsumer Leuchtturm liegt neben dem Ort Krummhörn. Heute ist er das Trauzimmer der Gemeinde – daher die ganzen „Heinke & Ingo“ Schlösser an einem extra aufgestellten Zaun. 1989 wurde der Turm durch den Film „Otto – Der Außerfriesische“ im Land bekannt. Dazu passte auch der Altersschnitt der Touristen im Ort. Die E‑Rolli-Dichte war schon auffällig hoch. Bei schönem Wetter ein netter Fleck für nen Spaziergang und ein kühles Flensburger Freibier mit idyllischer Aussicht.
Veröffentlicht 13.10.2026
Letztes Update 14.10.2026